Schuh-Werk-Projekt: Zehn- bis Dreizehnjährige setzen sich mit dem Thema Ledergerberei auseinander. Sie lernen in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Blomberg den unangenehmen Geruch von Lohe kennen

Iris Liebig am 12.07.2017 um 12:00 Uhr (Lippische Landeszeitung)

Justin (vorn) und Timo blättern in der Blomberger Stadtbibliothek in dem Buch, das sie gemeinsam mit den anderen Teilnehmern entwickelt haben. (© Iris Liebig)

Blomberg. Was ist eigentlich Lohe und warum drehen sich die Menschen weg, wenn der Topf geöffnet wird? Elf Kinder, die am Schuh-Werk-Projekt des Heimatvereins Blomberg teilgenommen haben, wissen es jetzt. Denn Lohe besteht aus Eichenrinde und Wasser und wird in der Ledergerberei verwendet – allerdings verbreitet es einen unangenehmen Geruch.

Die jungen Teilnehmer im Alter von zehn bis 13 Jahren waren die letzte Gruppe des Projekts des Heimatvereins Blomberg, das damit nun seinen Abschluss gefunden hat. Nach den Sommerferien 2016 hatte die erste Gruppe eine App entwickelt (die LZ berichtete). In den Osterferien entstanden mit weiteren Jugendlichen kleine Filme, und die dritte Gruppe hatte sich schließlich die Ledergerberei zum Thema gemacht.

Um in die Thematik einzusteigen, besuchte die Gruppe das Gerberei-Museum Enger und bekam hier umfassende Auskünfte zur Ledergerberei. Danach wurden die Informationen zusammengetragen und ausgewertet. Und schließlich wurde daraus ein eigenes Bilderbuch entwickelt. Jede Seite des Buches beschäftigt sich mit einem Arbeitsschritt, der kurz informativ beschrieben wird. Dazu malten die Kinder ein Bild des Vorgangs. Außerdem wurde mit Leder gearbeitet, und es wurden Handyhüllen gebastelt.

In einer abschließenden Präsentation vor Eltern, Geschwistern, Freunden und Interessierten stellten die Mädchen und Jungen anhand einer Power-Point-Präsentation ihr Bilderbuch über Ledergerberei vor. „Es hat Spaß gemacht, und wir haben was gelernt, was wir nicht in der Schule lernen", ist Eileen aus der Teilnehmergruppe begeistert. Zudem habe sie viele neue Freunde gefunden.

Bevor es an die Präsentation ging, war bei den jungen Teilnehmern ein bisschen Aufregung zu spüren. Doch dann erzählte jeder fröhlich seinen Part und beschrieb die Arbeitsschritte. Großen Spaß machte es den jungen Teilnehmern, die Lohe herumzureichen und die Großen einmal schnuppern zu lassen. Denn schließlich wussten sie schon, dass es wenig appetitlich riecht, entwickelt sich bei diesem Prozess doch ein unangenehmer Geruch. Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer ein Präsent für ihre Mühe. Das Bilderbuch bleibt übrigens der Schuhmacher-Ausstellung in der Stadtbücherei erhalten.

Das Projekt war ein sogenanntes „Peer-Education-Projekt" vom Heimatverein Blomberg, was so viel bedeutet, dass Gleichaltrige anderen Gleichaltrigen ihr Wissen weitervermitteln. Das Projekt wurde vom Deutschen Museumsbund und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zu hundert Prozent gefördert. Kooperationspartner waren die Pestalozzischule, das Jugendzentrum Blomberg, die Sekundarschule und die Hauptschule. Die Leitung lag in den Händen der Kulturpädagogin Sabine Rott, der Künstlerin Gabriele Prasse und von Hannelore Budde, Mitglied im Heimatverein Blomberg.

 

   

Aktuelles  

   

Kalender  

September 2017
So Mo Di Mi Do Fr Sa
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
   

Besucherstatistik  

Heute 23

Gestern 25

Woche 177

Monat 628

Insgesamt 30793

Aktuell sind 61 Gäste und keine Mitglieder online

   
© Pestalozzischule Blomberg